Wirtschaft
Es muss nicht immer Daimler sein - Elektroauto-Entwicklung per Open Source
Kernel&Co;

Es muss nicht immer Daimler sein – Elektroauto-Entwicklung per Open Source

Eine wirtschaftliche Errungenschaft, die eigentlich aus dem Software-Bereich kommt, heißt Open Source. Der Begriff bezeichnet unter anderem die Entwicklung von Gütern, nicht durch die Industrie, sondern durch das Engagement der Konsumenten. Doch Open Source ist nicht auf Software beschränkt – auch vor der Entwicklung von Elektroauto-Modellen macht das Prinzip nicht halt. Zwei spannende Projekte demonstrieren uns heute, was alles möglich wird, wenn sich Menschen für Produkte engagieren.

Open Source Green Vehicle Projekt (OSGV)
Die Mitglieder dieser Open Source-Gemeinde haben sich als Ziel gesetzt ein Automobil uu entwickeln, was mit verschiedensten umweltfreundlichen Antrieben betrieben werden kann. Also Basis dient ein SUV-Chassis, das bis zu 7 Personen Platz bietet. Die Antriebsmodule, die austauschbar in das Fahrzeug integriert werden können umfassen folgende Konzepte: Elektroauto, Diesel-Hybridwagen, Wasserstoff-Elektro-Auto, FlexiFuel-Verbrennungsmotor und Elektroantrieb mit Range-Extension.

Der Wagen, der als Basis für die Antriebe dient, hört übrigens auf den Namen „Kernel Crossover“. Neben einem Vierradantrieb, einer 5+2 Fahrgastzelle und einem Sicherheits-Batterie-Konzept bleibt noch zu erwähnen, dass das Modell 125 km/h Spitze schaffen soll und etwa 1,5 Tonnen wiegt. Der Preis bewegt sich laut Organisatoren im Bereich von 20.000 bis 25.000 Dollar.

Einen wichtigen Teil der Entwicklungsarbeit übernimmt übrigens ein Forscherteam der Rotterdamer Hochschule. Wer selbst in der Lage ist, dieses Projekt zu unterstützen, ob mit Wissen, Geld oder Engagement, der darf freilich mitmachen. Die Design-Daten des Kernel stehen im Netz allen Interessierten zur Verfügung.

Der Stand der Dinge ist übrigens, dass das Projekt nach Investoren sucht, um den Kernel auch produzieren zu können. Sie haben einen Automobilkonzern und wollen in die Elektromobilität einsteigen: Hier haben sie ein fertig konstruierte Produkt.

eCars – now!
Auch diese finnische Initiative möchte der Elektromobilität auf die Sprünge helfen und auch diesmal ganz ohne Industriebeteiligung. Ziel des Projekts war es Pläne zu entwickeln, die es erlauben, einen Toyota Corolla mit Verbennungsmotor in ein astreines Elektroauto umzurüsten. Auch diesmal stehen die Baupläne unter einer Open Source-Lizensierung, allerdings ist das Projekt auf Finnland beschränkt. Im nächsten Schritt nämlich, sollten mindestens 500 Interessenten das Angebot zum Umbau nutzen. 500 Umrüstungen hatte die Initiative nämlich als kritische Masse ausgemacht, die es erst erlaubt, dass Industriepartner die Pläne auch in die Tat umsetzen und das eCar-now!-Kit auch kosteneffizient in Serie herstellen können.

Die Umrüstung des eCorolla soll übrigens nicht mehr kosten, als ein neues Verbrennungs-Antriebssystem. Somit ist das Projekt durchaus auch wirtschaftlich attraktiv, vor allem, wenn man die „Treibstoffkosten“ in Betracht zieht. Das Konzeot wurde übrigens Anfang des Jahres bei der Helsinki-Motorshow präsentiert, wer möchte kann sich hier einen kleinen Eindruck holen.

Das eCars-now!-Projekt demonstriert hierbei nicht nur eindrucksvoll, dass eine Fahrzeugumrüstung jenseits industrieller Interessen vonstatten gehen kann – auch zeigt es eine innovative Mareting-Politik, die den konsumenten von Anfang an mit in die Entwicklung eines neuen Produkts einbezieht.

Was ist Open Source?
Der Begriff Open Source – also „Offene Quelle“ – bezeichnete eigentlich das Zugänglichmachen von Programmier-Quellcode für die Öffentlichkeit. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Browser Firefox, der ursprünglich Netscape-Navigator hieß. Die Firma, die den Netscape Navigator entwickelte, stellte dessen Entwicklung allerdings ein, als Konkurrent Microsoft den Markt beherrschte. Die Lizenz für den bisherigen Code legten sie aber unter eine öffentliche Lizenz – so konnte sich eine Gemeinschaft bilden, die den Browser aus eigenen Stücken weiterentwickelte – bis zum heutigen Mozilla. Das Resultat: Mozilla hat Microsofts Internet Explorer hierzulande auf den zweiten Platz verdrängt.

Eigentlich aber bezeichnet Open Source eine Lizenz, also ein Nutzungsrecht. Diese Lizenz, die es in verschiedenen Abwandlungen gibt, sichert einem jedem zu, das Produkt zu nutzen und weiter zu entwickeln.

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