Wirtschaft
Die Firma Tesla macht als erster Elektroautohersteller Schritt an die Börse

Elektroauto goes Börse

Jeder Börsengang ist bekanntlich mit großen Risiken, aber auch mit Chancen verbunden. Schon manch ein Anleger hat sich in neuen Angeboten und Märkten in den Ruin getrieben, viele sind aber auch sehr wohlhabend geworden.

Oftmals geht es um bei neuen Börsengängen um das Thema Zukunft. Auch jetzt wird wieder die Zukunft gehandelt: Gestern wagte der Elektroautohersteller Tesla den Gang an die Börse. Eine Investition an der Börse ist immer ein Spiel mit dem Feuer.

Doch seit 2008 hat das Unternehmen ein alltagstaugliches Elektro-Fahrzeug auf dem Markt was sich immer größeren Interesse anderer Firmen und auch Privatkunden erfreut. Allerdings hat die Firma Tesla von seinem Roadster bislang nur knapp 1000 Stück verkauft. Drei Käufer sind bekannt: George Clooney und Brad Pitt sowie Google-Mitgründer Larry Page.

Zum einen muss sich ein Öko-Auto natürlich erstmal am Markt behaupten, und zum anderen hat er ; aus verschiedenen Gründen; auch noch einen „sportlichen“ Preis. Auch wenn er durch seinen 288 PS starken Auftritt, der den Wagen in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, reizt. Der Preis liegt zur Zeit bei 109.000 Dollar , oder in Euro: 89.000. Diese o.g. Herrschaften wie Clooney werden keine Probleme haben dieses Geld „locker zu machen“, aber ein sogenannter „Volkswagen“ hat einen anderen Preis.

Dieses haben die Entwickler von Tesla aber längst erkannt und planen einen solchen. Von der viertürigen Limousine Tesla S sollen ungefähr 20.000 Stück produziert werden, und für etwa 50.000 Dollar zu haben sein. Dies ist ein Grund der das Unternehmen zum Börsengang motiviert hat.

Seit der Gründung von Tesla im Jahr 2003, hat das kalifornische Unternehmen rund 290 Millionen Dollar Ausgaben produziert, und bis heute gab es kein Quartal mit einer positiven Bilanzierung. In dem ersten Jahresquartal wurden nach Abzug des Umsatzes rote Zahlen in Höhe von 8,7 Millionen US $. Der Tesla Gründer Elon Musk hat sein Geld durch den Verdienst mit dem von ihm gegründeten Internet-Bezahldienst Pay-Pal an eBay bereits für Tesla „verbraten“.

Anfang 2010 erhielt Tesla auch einen zinsgünstigen Staatskredit über 465 Millionen Dollar. Toyota kündigte im Mai an, mit 50 Millionen Dollar einzusteigen. Daimler ist schon seit vorigem Jahr an Tesla beteiligt. Durch den Börsengang sammelt Tesla neues Geld ein. Und das scheint mühelos zu gelingen.

Die Nachfrage war so groß, dass das Unternehmen kurz vor der Erstnotierung an der Nasdaq die Zahl der angebotenen Aktien noch um 20 Prozent auf 13,3 Millionen Anteilsscheine anhob. Elektroautos sind in aller Munde! Auch der Emissionspreis fiel höher aus als erwartet. Eine Tesla-Aktie kostete 17 Dollar, statt geplanter 14 bis 16 Dollar. Das Timing für den Börsengang ist perfekt, denn zur Zeit spricht die ganze Welt über Elektroautos.

Dies ist auch nicht verwunderlich wenn man die zu erwartenden Ölpreissteigerungen betrachtet. Zudem setzt sich auch die US-Bevölkerung immer mehr eine „grüne Brille“ auf und möchte auf Nachhaltigkeit setzen. Mit dem Kauf einer Aktie investiert so der Anleger nicht nur auf lukrative Gewinne, sondern auch auf eine umweltbewusstere Zukunft. Wohlhabend mit gutem Gewissen hört sich doch auch gut an.

Tesla hat nicht nur einen Trend erkannt sondern bietet auch innovative Lösungen für bekannte Probleme. Eines der größten Probleme bei Elektroautos ist nämlich die Reichweite. Reichweiten bis höchstens 200 km sind auf dem Markt massenweise zu verzeichnen. Die Akkus des Tesla-Roadster halten hingegen immerhin rund 400 Kilometer. Auch der geplante Tesla S soll je nach Variante mit einer Ladung 250 bis 480 Kilometer weit kommen. Damit kann ein Fahrer schon den Alltag meistern oder eine gute Strecke zurück legen ohne ständig an der Steckdose zu hängen.

Die Einnahmen aus dem Börsengang sollen dazu dienen den Ausbau des zur Zeit begrenzten Händlernetzes nach vorne zu bringen. Denn bislang gibt es nur 12 Händler die das Fahrzeug vertreiben. Desweiteren will Tesla mit dem Geld eine neue Fabrik zur Produktion des Viertürers kaufen. Ein beschlossenes Design gibt es allerdings noch nicht, aber der Wagen soll sowieso frühestens in zwei Jahren an den Markt kommen. Ob dieser Zeitplan von Tesla eingehalten werden kann, gilt es abzuwarten.

Hier wird nicht nur dieser Elektroautohersteller an seine Grenzen stossen. Konkurrenz wächst ständig. Auch andere Anbieter am Markt schlafen natürlich nicht und möchten am großen Kuchen nicht nur ein Stück ab haben, sondern reissen sich um den Löwenanteil. Zum Beispiel Nissan hat wegen der hohen Nachfrage den Marktstart des Nissan Leaf sogar bereits vorgezogen, und bietet diesen mit einem lukrativen Preis in Höhe von rund 25.000 Dollar an. Auch General Motors will seinen Chevrolet Volt bereits in 2011 mit einem Preis von ca. 35.000 Dollar anbieten.

Der Börsengang setzt auf jeden Fall neue Maßstäbe, und bei positiver Entwicklung kann es für die Förderung der Verbreitung und somit eines besseren Preises, für alle Interessenten nur von Vorteil sein. Ihre Redaktion

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