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Ein kritischer Blick auf die eCarTec-Messe
Rückblick

Ein kritischer Blick auf die eCarTec-Messe

Auf der Münchener eCarTec-Messe feierte sich die Branche selbst: Preise wurden großzügig verteilt, Reden geschwungen und Fotos geschossen. Doch manchmal hilft es auch einen kritischen Blick auf das Geschehen, abseits vom Hype und dem allgemeinen Enthusiasmus zu werfen. Denn es gibt definitiv noch viele Probleme und man sollte sie auch ansprechen.

Gut anderthalb Hallen nahm die eCarTec Messe in München ein – nicht besonders groß, aber auch nicht klein. In etwa zwei Stunden konnte man sich einen groben Überblick über die Angebote verschaffen. Positiv herausstellen muss man sicherlich den Pioniergeist der Messeteilnehmer, auch im Berich der Ladetechnik herrschte beinahe ein Überangebot. Elektro-Scooter waren in allen Design-Richtingen zu sehen: modern, retro, zeitlos.

Auch waren zahlreiche kleine Hersteller vertreten, die ihre Elektroauto-Eigenentwicklungen vorstellten. Doch bereits hier trübte sich das Bild und bekam eine realistische Note, abseits der Hochglanz-Werbefotos: Die kleinen Elektroautos litten unter allen Kinderkrankheiten, mit denen sich die großen Hersteller in Ihrer Vergangenheit sicherlich auch herumschlagen mussten: Wackelige Scharniere, Türen schließen nicht richtig, Oberflächen sind Schmutzanfällig, Türgriffe unhandlich, undurchdachte Bedienung, unleserliche Instrumente, billige Verkleidungen und die Elektronik machte allzu oft einen improvisierten zusammengeschraubten Eindruck. Viele der Wagen hatten den Anschein, dass sie nur als Showcar oder Promotion-Mittel zu gebrauchen wären, gerade dazu geeignet, dass sich der Bürgermeister damit fotografieren lässt, um sein „grünes Engagement“ zu untermauern.

Von der Serienreife sind viele Modelle noch weit entfernt. Freilich: Ausnahmen gibt es, wie den Tesla. Auch der iMiev oder der bis aufs Emblem gleich gebaute Peugeot iOn hinterließen einen guten Eindruck, obwohl sie (zumindest am dritten Tag) bei den Testfahrzeugen fehlten. Umbauten wie der Mini-E, der Smart electric drive oder der Fiat 500 E stellen nicht zufrieden. Die Bedienung mitsamt dem Armaturenbrett und den Konsolen erinnern zu sehr an die des Benzinfahrzeugs und lassen wenig Perspektiven erkennen. Zu schwerfällig ist die Konstruktion, zu unbrauchbar die Innenraumkonzepte (MiniE).

Weitere Kritikpunkte: Ein Sam, der unvermittelt auf der Teststrecke stehenblieb, ließ vermuten, dass die Energieanzeige wenig intuitiv gehalten war. Auch war er trotz schönem Design zu schlecht ausgeführt im Detail: Kratzeranfällige Plexiglasfenster und schmutziges, rauhes Plastik hinterließen keinen wertigen Eindruck. Viele Wagen waren zu klein, zu undurchdacht, zu improvisiert.

Doch keine Angst: Wir wissen, dass wir mit den Elektroautos erst am Anfang stehen. Zahlreiche Unternehmen aus den Prüf-, Mess-und Konstruktionsbereich zeigten auf, dass das Thema interessiert. High-Tech-Detaillösungen ließen ein gutes Verständnis für die Nöte einer aufkommenden Industrie erkennen. Noch fehlt es vielen kleinen Unternehmen vor allem an Investoren – nur von Lob und PR kann sich auch kein Elektroautobauer ernähren. Der nächste Schritt für die noch junge Branche stellt sicherlich die Orientierung hin zu qualitativ hochwertigeren, kundenorientierteren Produkten dar. Professionelle Material und Innenraum-Lösungen müssen her, optimierte Elektronik, die nicht ausschaut, als hätte sie jemand mit einem Würfelbecher in den Motorraum gekippt. Starke Marken, die nicht den obligatorischen Stecker im Logo haben. Modelle, die zur Sereinreife gelangen können und das Experimentierstadium verlassen. Dann wird auch der Konsument ein massiveres Interesse aufbringen. Drücken wir die Daumen.

Und Ihre Meinung zur eCarTec? Wie haben Sie die Messe wahrgenommen? Schicken Sie uns Ihren Kommentar vie E-Mail oder geben Sie Ihren Senf einfach bei facebook dazu!

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